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Faltenfüller

Frauen sehen sie sofort nach ihrer Entstehung und sind höchst alarmiert, Männer entdecken sie möglicherweise später und nehmen sie eher gelassen zur Kenntnis, die Falten, die sich bei uns mit den zunehmenden Lebensjahren einstellen und üblicherweise Zeichen des Alterns sind. Doch ist die Neigung zu mehr oder weniger Falten auch genetisch angelegt oder ein Zeichen für intensiven Lebensstil.

Niemand braucht sich seiner Falten zu schämen. Der plastische Chirurg hat ohnehin häufig damit zu tun und für ihn ist die Behandlung Routine geworden. Wissenschaftlich gesprochen entstehen die Falten als Konsequenz der Veränderungen, die beim Alterungsprozess an der extrazellulären Matrix, also dem Gewebe, in dem die kollagenen Fasern liegen, stattfinden: Im Laufe der Jahre nimmt die Fibroblastenzahl an der Oberhaut ab und deren Teilungsfähigkeit sinkt. Dies zeigt sich im äußeren Erscheinungsbild in einer Abnahme der Wasserspeicherfähigkeit und damit einer rauen, trockenen, eingefallenen Haut. Im Alter sinkt auch die Anzahl elastischer Fasern und ihr Hyaluronsäure-Gehalt zunehmend. Die Haut verfügt über weniger Elastizität und Spannkraft.

Die Hyaluronsäure wurde früher aus dem Hahnenkamm gewonnen. Sie kommt ohnehin beim Menschen und, in identischer Form, auch beim Tier normalerweise im Körper vor. Heute wird sie auf chemischem Weg erzeugt.

Plastische Chirurgen, die seit Jahren Falten mit Füllern (filler, engl.) auffüllen, haben mit älteren Produkten über die Jahre nicht immer günstige Erfahrungen gemacht. Wer sich auf dem Laufenden hält, weiß auszusortieren. Wer sicher gehen will, nimmt keine permanenten, d. h. bleibenden Füller, sondern solche wie Hyaluronsäure, bei denen allenfalls eine Überempfindlichkeit auftreten kann. Bei der Hyaluronsäure nimmt man in Kauf, dass sie, wie die körpereigene, verstoffwechselt und somit abgebaut wird, so dass sich die Wirkung auf einige Monate begrenzt. Natürlich wird Ihnen der plastische Chirurg gegen sehr intensive Aufklärung auch bleibende Füller spritzen.

Die Hyaluronsäure im Nativzustand wird benutzt, um flächenhaft erschlaffte Haut aufzufrischen. Regelrechte Falten müssen dabei nicht vorliegen. Sie wird auch entsprechend flächenhaft, beispielsweise netzförmig, eingespritzt. Damit soll es zu einer Besserung der eingangs erwähnten erschlafften, eingefallenen, trockenen Haut kommen. Solche Hautareale finden Sie beispielsweise im Dekolleté oder auf den Wangen.

Der nativen Hyaluronsäure steht die hoch vernetzte Hyaluronsäure zur Seite. Im Gegensatz zur nativen werden mit der hoch vernetzten, einem Filler, Falten aufgefüllt. Die native, zur Wiederholung, wird also gleichmäßig in der Haut verteilt, der Dermal-Filler (hoch vernetzte Hyaluronsäure) wird an Ort und Stelle (in der Falte) in größerer Menge zum Ausgleich der eingefallenen Bereiche eingebracht.

Hier sollten Sie sich, entsprechend dem von Ihnen gebotenen Befund, beraten lassen.

Die Injektion von bleibenden Füllern kann in der Praxis ausführlich besprochen werden. Hier zeichnen sich einige neue Produkte ab, die Ergebnisse der Studien sollten abgewartet werden.


Botulinumtoxin A

Botulinumtoxin A ist ein von Clostridium Botulinum produziertes Exotoxin, das u. a. zu einer schlaffen Lähmung der quergestreiften Muskulatur führt. Der plastische Chirurg benutzt es zur Behandlung mimischer Gesichtsfalten.

Die mimischen Gesichtsfalten werden durch dauernden Zug der Gesichtsmuskulatur an bestimmten Hautstellen hervorgerufen. Unterscheiden müssen wir die solare Elastose, d. h. die Erschlaffung und Ausdünnung der Haut durch Lichteinfluss. Die mimischen Gesichtsfalten können durch das Lähmen der sie durch Zug hervorrufenden mimischen Muskulatur weitgehend geglättet werden, indem das Botulinum Toxin in die Muskulatur eingespritzt wird.

Die üblichen Anwendungsbereiche im Gesicht sind:

  • Glabella-Region (Zornesfalten oberhalb der Nasenwurzel)
  • Periorbitale Falten („Krähenfüße“)
  • Nasenfalten
  • Marionettenfalten (hängende Mundwinkel)
  • Kinnfalten (Pflastersteinkinn)
  • Platysma-Falten („Truthahn-Hals“)

    Die Wirkung des injizierten Botulinumtoxins hält etwa 3 – 4 Monate. Ab der 2. und 3. Injektion verlängern sich die Intervalle deutlich.

    Als Nebenwirkung des Botulinumtoxins können Hämatome auftreten, Taubheitsgefühl im Injektionsbereich und Kopfschmerzen, Mundtrockenheit, reversible (sich wieder rückbildende) Oberlidptosis (Oberlidhängen), Brauenptosis und lateraler Augenbrauenbogenhochstand, Muskellähmungen im Nachbarbereich der Injektionspunkte, Halsheberschwäche und allergische Reaktionen auf Lösungsbestandteile.

    Kontraindikationen, also ein Verbot des Spritzens von Botulinumtoxin A sind:
  • Muskelaktivitätsstörungen (Myasthenie) u. a.
  • Überempfindlichkeiten gegenüber Bestandteilen der BTA-Injektionslösung (Albumin)
  • Einnahme von Medikamenten, die die neuromuskuläre Übertragung beeinflussen (Anästhetika; Muskelrelaxantien)
  • Medikamente, die mit der Gerinnung interferieren, (z. B. Acetylsalizylsäure, Marcumar)
  • Gleichzeitige Behandlung mit Lokalanästhetika oder Aminoglykosid-Antibiotika
  • Koagulopathien
  • Mangelnde Patientenkooperation
  • Schwangerschaft und Stillzeit

    Zwischenzeitlich gibt es ein neueres Botulinumtoxinpräparat, das den gleichen Wirkstoff wie die Vorgänger aufweist, aber keine Komplexproteine nach Angaben des Hersteller enthält.

    Lassen Sie sich in der Praxis beraten.

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